Hans J. Scholz

Hans J. Scholz war Evangelischer Pfarrer in Gernsbach, Baden und ist seit November 2020 in Ruhestand.

Ich engagiere mich für ein 2. Jerusalemer Konzil heute, um so meine Erwartung der Wiederkunft Jesu als Messias Israels und Heiland der Welt zu bekennen. Wann werden Juden und nicht-Juden gemeinsam den Messias begrüßen, indem sie mit der jüdischen Tradition BARAUCH HABA BE SCHEM ADONAI und im Sinn des letzten Kapitels des Neuen Testaments MAR ANATHA –„Amen, komm Herr Jesus“ rufen (Offb 22, 20?

Ohne Vergebung der Sünden könnten wir heute nicht leben als „Gemeinschaft der Heiligen“. Aufgrund der Vergebung jedoch sehne ich mich nach dem Tag, an dem die Gottlosigkeit kein Thema mehr ist: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! … Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb. 21,3+5)

Als evangelischer Christ dachte ich lange, dass Juden wie alle Menschen aus einer anderen Kultur und Religion Christen werden müssten, wenn sie zu Jesus finden. Seit ich Messianische Juden kenne, begreife ich, dass es einen jüdischen Weg geben muss, den Glauben an Jesus zu leben. Die jüdische Identität muss durch den Glauben an Jesus bestätigt werden im Unterschied zu einer nicht-jüdischen, die eine Hinwendung zum Vater Jesu, dem Gott Israels vollziehen muss. Seit ich Messianische Juden kenne, erwarte ich von unseren christlichen Kirchen, dass sie Juden eine Chance geben, den Glauben an Jesus als Juden jüdisch zu gestalten. Das geht nicht im Einklang mit dem kirchlichen Kalender und den kirchlichen Festen. Dieses Nebeneinander muss nicht zu Spannungen führen, wenn wir durch die Messianischen Juden begreifen, dass es um ein Miteinander von Juden und Christen im Reich Gottes geht. Die Unterschiede zu versöhnen, erfordert die Unterscheidungen zu akzeptieren!