Ivan Fröhlich

Ivan Fröhlich ist Leiter einer messianisch-jüdischen Gemeinde in Koblenz:

Langsam wachsen Verbindungen zwischen Kirchen und Israel und auch mit messianischen Juden. Einheit ist noch nicht da, aber wir sind auf dem Weg.

Überwinden von Trennung braucht Kraft, Ideen, Phantasie: wie erreichen wir einander? Wie erkennen wir einander als Geschwister im Glauben trotz aller Unterschiede?

Durch die Anerkennung eines jüdischen Ausdrucks des Glaubens an Jesus bestätigen wir die fortwährende Berufung ganz  Israels, die jahrhundertelang durch die  sog. Ersatztheologie negiert wurde.

Jesus war Jude und war der größte Rabbi. Als sein Nachfolger und Jude lebe ich die jüdische Art zu glauben.

Das Kommen des Reiches Gottes, um das wir beten, wird eine Begegnung mit Abraham, Isaak und Jakob bringen (Mt 8,11). Antisemitismus und Antijudaismus in uns, in unseren Kirchen und in der Gesellschaft überwinden wir von innen heraus, vom Herzen her.

Als Jude kann ich das nicht für nicht-Juden sagen. Aber klar ist: das muss innen geschehen.

Nachfolge Jesu des Messias bedeutet, dass Juden und nicht-Juden gemeinsam seine Versöhnungskraft bezeugen- wie „ein Mann“ (Eph 2). Von dieser Gemeinschaft geht Hoffnung aus: Christus versöhnt gerade „die ganz anderen“.

Ich gehe als Jude mit der Kippa in eine Kirche, gestalte Gottesdienste mit und werde akzeptiert, weil ich an Jesus glauben. Dasselbe geschieht, wenn Christen bei uns in den Gottesdienst kommen.

Die meisten christlichen Kirchen bezeugen die „Auserwählung“ Israels im Unterschied zu allen anderen Nationen: „Das Heil kommt von den Juden “ (Joh 4, 22).  Der Bedarf an „Heil“ für Individuen, aber erst recht für Nationen, ist offensichtlich.

Wenn Christen und Messianische Juden Freundschaften aufbauen, bleibt ihre gegenseitige Liebe  nicht verborgen!